September 2006

Johann Banz und Peter Weiland

»AUGE und MEISSEL«

 

Die ARTE-Halle stellt in der Sommer-Ausstellung 2006 zwei Kunstschaffende aus der Eifel vor: den Fotografen Johann Banz aus Eschfeld, der über Jahrzehnte den Wandel in Natur und Landschaft der Eifel dokumentiert hat, und den Bildhauer Peter Weiland aus Irrhausen.

 

Johann Banz

(aus Eschfeld; Jg. 1935) fotografiert seit seinem 14. Lebensjahr, vorzugsweise Landschaften oder Menschen und dörfliche Feiern. Er bildete sich autodidaktisch zum anerkannten Fachmann in allen fotografischen Techniken (von Balgenkamera über Platten- und Großformatkamera bis zur Digital-Technik); dies ebenfalls im eigenen Labor. Als leidenschaftlicher Sammler historischer Fotoapparate ähnelt sein Haus fast schon einem Museum der Fotografiegeschichte; auf Foto-Börsen gilt er als gefragter Experte. Zahlreiche seiner Fotografien sind in Buchpublikationen zur Kultur und Geschichte der Westeifel veröffentlicht.

 

Peter Weiland

(aus Irrhausen, Jg. 1932) arbeitet seit über fünf Jahren in seiner „Freiluft-Werkstatt“ hinter seinem Haus, nahezu ununterbrochen, oft zehn oder mehr Stunden am Tag. Was als Hobby begann, hat sich inzwischen zu einem (zweiten) Lebenswerk entwickelt. Er bildete sich autodidaktisch zum Bildhauer. Stilistisch lässt er sich inspirieren sowohl von gotischer Reliefplastik mittelalterlicher Kirchen als auch von den Figuren Rodins. Vor allem lässt er sich jedoch vom eigenen Gefühl leiten, dem originäre, oft auch surrealistische Werke entspringen. Unzählige seiner Arbeiten haben in privaten Gärten, aber auch auf öffentlichen Plätzen ihre Aufstellung gefunden.

 

 

Johann Banz über seine Fotografien:

„Ich halte meine Bilder nicht für außergewöhnlich; jeder könnte sie knipsen. Oft lasse ich mich bei einem Motiv davon leiten, was man – so oder so ähnlich –schon einmal auf einer der gängigen Ansichtskarten gesehen haben könnte. Aber ich versuche, meine Motive zu verfolgen – oft über Jahre hinweg, bei unterschiedlichstem Wetter und im Zusammenhang mit der sich wandelnden Umgebung. Deswegen nenne ich mich einen Dokumentaristen. Natur und Landschaft haben ihr je eigenes Gesicht und ihre besondere Geschichte. Wenn ich in der heimatlichen Umgebung – mit dem Auge hinter der Linse – unterwegs bin, fühle ich mich oft wie auf Weltreise, als ein Weltreisender zu Fuß. Häufig sind es unscheinbare Dinge, die mich reizen – die Grafik von Zäunen und Hürden oder ein Heckenrosenbusch auf dem Weg ins Irsen-Tal. In den Mittelpunkt der Ausstellung habe ich einen Weidenbaum gestellt, den ich fotografisch bis zu dessen Tod begleitet habe…“

 

 

Peter Weilands Skulptur „EUROPA“:

Eine der ausgestellten Plastiken hat der Bildhauer Weiland dem Museum in der ARTE-HALLE gewidmet; sie wurde bei der Ausstellungseröffnung als Geschenk überreicht. Wir danken Peter Weiland (auch hier ausdrücklich) ganz herzlich.

Die aus Eifelsandstein herausgehauene Plastik „Europa“ zeigt eine Hand, welche einen Ausschnitt der Erdkugel hält. Darauf sind die Umrisse unseres Kontinents zu sehen, teilweise bedeckt mit der europäischen Fahne. Die große Hand umfasst den Globus-Teil, wie als sei sie noch damit beschäftigt, das „vereinte Europa“ zu formen, zu gestalten. Es lässt sich allerdings auch denken, dass diese schaffende Hand Europa hochhält, wie um zu zeigen, dass unsere Zukunft (nach einem Jahrhundert der Kriege) hier und überall nur auf Verständigung und Gemeinschaft begründet werden kann. Die Aufstellung der Plastik neben unserem Museum und im Bereich des Dreiländerecks würdigt auch die grenzüberschreitende und Grenzen überwindende Nachbarschaft zwischen den Gemeinden in der Ourtal-Region.

 

 


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