Das Tal der Our

Das 96 km lange Flüsschen Our, das seinen Namen der keltischen Quellgöttin Ura verdankt, entspringt in den belgischen Ardennen. Auf ihrem Weg entlang der deutschen Grenze zu Belgien und Luxemburg durchquert die Our im Norden den deutsch-belgischen Naturpark Hohes Venn-Eifel und fließt ab dem Dreiländereck in Ouren durch den Deutsch-Luxemburgischen Naturpark, wo sie in den Grenzfluss Sauer mündet.

Das von ihr in die Ardennen und den Westeifeler Islek bis 200 m tief eingeschnittene Kerbtal mit seinen schmalen Talauen und engen Seitentälern ist heute Lebensraum zahlreicher gefährdeter Tier- und Pflanzenarten.

 

Welchenhausen im Ourtal

 

 

 

 

Der Museumsort Welchenhausen, Grenzdorf in der Nähe des Dreiländerecks Belgien-Luxemburg-Deutschland, Ortsteil der Gemeinde Lützkampen (Verbandsgemeinde Arzfeld; Eifelkreis Bitburg-Prüm; Rheinland-Pfalz) bestand bereits im Mittelalter. Der Rittersitz wurde 1394 geschleift. Eine Schule bestand von 1853 bis 1964. Mit dem Niedergang der kleinbäuerlichen Landwirtschaft Ende des 20. Jahrhunderts nahm die Bevölkerung rapide auf heute 25 Einwohner ab (19. Jh.: mehr als 150).

2002 eröffnete eine Dorfinitiative ein Museum in der praktisch ungenutzten Buswartehalle: Gründung des Museumsvereins wArtehalle Welchenhausen e.V.. In letzter Zeit Zuzug von Belgiern und Niederländern sowie quirliger Treffpunkt von Punkrock-Bands.

 

Die KultOurtal-Straße

Eine Idee:

In einem strukturschwachen und abgelegenen Abschnitt des Ourtals mit rapide sinkender Bevölkerungszahl sollte ohne Eingriffe in die Natur ein Anziehungspunkt für Touristen geschaffen werden. Gleichzeitig sollte die Attraktivität für die einheimische Bevölkerung gesteigert werden, um auch so dem drastischen Bevölkerungsschwund der vergangenen Jahre entgegen zu wirken.

und die Umsetzung:

An der 2,7 km langen kleinen Straße (K156) entlang der Our zwischen den beiden Lützkämper Ortsteilen Welchenhausen (26 Einwohner) und Stupbach (14 Einwohner) wurden kunsthistorische Sehenswürdigkeiten wie die Welchenhausener Corneliuskapelle von 1686 mit ihrem barocken Hochaltar, aber auch Wegkreuze, wie z.B. ein aus Rechter Blaustein gefertigtes der Gebrüder Stark von 1880 mit Informationstafeln versehen.

Durch Schenkungen mehrerer Künstler und Erwerb durch den Museumsverein wArtehalle Welchenhausen e.V. konnten an der verkehrsarmen Straße zwischen Welchenhausen und Stupbach eine Reihe zeitgenössischer Kunstobjekte aufgestellt werden. Insgesamt werden heute an der „KultOurtal-Straße“ 25 Kulturdenkmäler und Kunstwerke präsentiert.

In die „KultOurtal-Straße“ mit einbezogen ist natürlich auch das Museum „wArtehalle“ in Welchenhausen und ebenso, als Endpunkt, seine „Dependance“ in Stupbach, das dortige ehemalige Spritzenhäuschen, in dem regionalhistorische Ausstellungen bzw. Fotoausstellungen mit regionalem Bezug sowie Informationsmaterial gezeigt werden. 2016 in Eigenleistung vom Museumsverein wArtehalle renoviert, ist auch das „Spritzenhaus Stupbach“ an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr geöffnet. Die aktuelle, semidokumentarische Fotoausstellung: „Welchenhausen 3 – Vom Niedergang Eifeler Bauernhäuser“.

wArtehalle Welchenhausen

Spritzenhaus Stupbach

 

 

 

 

 

 

Was gibt’s zu sehen?

Die eingezeichneten Punkte markieren Stationen der KultOurtal-Straße, Wanderwege und Rastmöglichkeiten. Ein Gastronomiebetrieb findet sich in Stupbach:

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Der Brückenplatz in Welchenhausen

Unmittelbar an der Grenzbrücke nach Belgien dient der Platz als Park- und Rastplatz für Angler und Wanderer, wird aber in erster Linie von den Bewohnern des Dorfes für größere Feierlichkeiten genutzt.

Unmittelbar vor der Grenzbrücke und auf der belgischen Seite stehen „Grenzrosen“ des Essener Bildhauers Thomas Rother. Jede der jeweils drei Stahlskulpturen repräsentiert auf ihrer Stele eines der drei angrenzenden Länder Luxemburg, Belgien und Deutschland, alle auf einem Fundament – Europa – vereint. 2015 wurden die Skulpturen von Kindern und Jugendlichen der drei Nachbarländer gemeinsam gemauert und 2016 mit einer dritten am Dreiländerpunkt in Ouren gemeinsam enthüllt: ein dreifaches „Denk mal!“ für ein friedliches und vereintes Europa. Mehr Infos: http://kult-our-tal-museum.de/europa-europa/#more-4570

 

Kapelle St. Cornelius und St. Lucia

1686 geweihte einschiffige Kapelle mit Schieferfußboden.

Barocker Hochaltar aus dem 17. Jh. mit Figuren des hl. Cornelius (Schutzheiliger des Hornviehs) in päpstlichen Gewändern mit Tiara und Horn und der hl. Lucia mit dem Schwert im Hals.

 

 

 

 

 

 

Am Altartisch Darstellung des hl. Nikolaus als Bischof mit den drei geretteten Kindern im Bottich und der Lützkämper Kirche.

Diese Kirche stammt noch aus der Zeit, als das Ourtal zu Habsburg gehörte (erst Spanien, danach Österreich). Der schlichte Bau war eine „Werktags-Kirche“: Welchenhausen gehörte zur Pfarrei Ouren, später zu Großkampen, dann Lützkampen. Dort musste man an den Sonn- & Feiertagen die Messe besuchen.

Bis ins 20. Jahrhundert wurde am Corneliustag (16. September) das von den Bauern vor die Kapelle gebrachte Vieh gesegnet, um es vor Krankheiten zu bewahren.

Schafzüchter und Schäfer pflegten lebende Schafe und Lämmer, so genannte Kapellenschafe, sowie Wolle zu opfern. Die geopferten Schafe wurden dann von ihnen unentgeltlich weitergefüttert. Den Erlös aus dem Verkauf der Tiere lieferte man an die Kapelle ab.


Museum wArtehalle und Museumswiese

Im Museum „wArtehalle Welchenhausen“, immer noch in Betrieb als Buswartehäuschen sind ganzjährig drei bis vier Wechselausstellungen mit zeitgenössischer Kunst, vorzugsweise aus der Region zu sehen. Das Museum ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr geöffnet; der Eintritt ist frei. Mehr Infos: www.kult-our-tal-museum.de

In der Ruine eines Stalls direkt nebenan befinden sich Holzskulpturen – „Totems“ – des in Welchenhausen geborenen Art-brut-Künstlers Theo Wiesen.

Darüber hinaus werden Sandsteinskulpturen des Irrhausener Bildhauers Peter Weiland, eine Assemblage des Belgiers Norbert Huppertz, Großbannerfotos des Luxemburgers Raymond Clément und des Belgiers Willi Filz.

 

Am Ortsausgang

wacht eine weitere Assemblage des Belgiers Norbert Huppertz. Gegenüber dieses Wolfs, auf einem Felsen mit wunderbarer Sicht über das Dorf ins Ourtal, der „Klangstuhl“ von Matthias Freichel und Michael Klimkeit.

 Entlang der K156,

der kleinen Landstraße noch Stupbach passiert man die Skulpturen „Drei“ von Bernd Keller (Maspelt Belgien), „Befreite Kreise im Viervierteltakt“ von Norbert Richert (St. Augustin) und „Erdbohrer und Himmelsbesen“ des kalifornischen Bildhauers Sam Wellin. Schließlich ein Platz der Muße und des Genießens der Natur im Ourtal: der „Frei-Stuhl“ von Werner Heller und Lothar Becker.

 

Stupbach / Stoubach

Beiderseits der Grenzbrücke, in Stupbach und im belgischen Stoubach korrespondieren zwei „Sternschnuppen“ des Essener Künstlers Thomas Rother. Die Stahlskulpturen sein europaweiten Projekts „eins und eins ist eins“ stehen als „Wegmarken für Europa im Ourtal.

Schließlich das „Spritzenhaus Stupbach“ mit wechselnden Ausstellungen regionaler Themen, wie die wArtehalle Welchenhausen an allen Tagen im Jahr rund um die Uhr geöffnet. Ein kleiner erhöhter Platz lädt zur Rast in Gesellschaft von Willi Filz‘ „Ourmenschen“ ein. Anspruchsvolleren Besuchern bietet die Küche der örtlichen Gastrnonomie „Zur alten Mühle“ Produkte aus der Region.

 

 

 

 


[ …die Inhalte dieser Seite
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Links auf Kultur- und Tourismus-Seiten

Orte in der Nähe…

www.luetzkampen.de      www.eifel.de/go/regionen-detail/arzfeld.html
www.euregio-im-bild.de/fotos/?tags=9351      www.eastbelgium.com
www.naturpark-our.lu     www.roscheiderhof.de/kulturdb
www.facebook.com/WoDerHundBegrabenLiegt

Orte im weiteren Umkreis…

www.naturpark-eifel.de     www.eifel.info    www.malmundarium.be
www.hautesfagnes.be    www.associationchateaux.lu


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