Norbert HUPPERTZ (Medell/DG Belgien)

»ZEIT-LOS
UND DER ZEIT VERHAFTET«

– Objekt-Kunst – Kinetik – Licht-Installation – Trash Art –

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Museum ARTE-HALLE  zeigte in der Frühlingsausstellung 2013 Skulpturen, »Bild-Kästen« und kinetische Objekte des ostbelgischen Künstlers Norbert HUPPERTZ. Für seine Werke verwendet er scheinbar nutzlos gewordene Objekte, die den Reiz des Fremden besitzen und oft auch vom Verfall gezeichnet sind. Dies entspricht der prinzipiellen Thematik des Künstlers, dem Umgang des Menschen mit »Zeit« und »Vergänglichkeit«.

Wer Ausstellungen des ostbelgischen Künstlers Norbert Huppertz besucht, fühlt sich in eine sonderbare Schatzkammer oder auf einen Rummel-Platz versetzt.  Große Vitrinen zeigen Alltagsdinge. Viele bewegen sich rasselnd, drehen sich im jäh aufflackernden Licht. Werkzeuge, Zahnräder, Gläser oder rostige Ketten sind so arrangiert, dass sie nun – losgelöst von allen früheren Zwecken – ihre ästhetische Schönheit als Eigenwert vorführen. Meist handelt es sich um  nutzlos gewordene oder verschollene Gegenstände, die wieder beseelt und gewürdigt werden. Durch ihre Kombination und Komposition lädt der Objekt-Künstler HUPPERTZ die Dinge aber auch mit vollkommen neuen Sinnbedeutungen auf.
Norbert Huppertz ist jemand, den alle Arten von Objekten faszinieren. Darüber hinaus lässt er sie – angeregt von deren Form oder früheren Funktionen – zeitaktuelle oder allgemein menschliche Themen formulieren. Manche Titel und Themen liegen auf der Hand, beispielsweise beim Bild-Kasten „Doping“, wo man einen von außen zu bewegenden Hammer auf einen Haufen von Spritzen niedersausen lassen kann. Oder es gibt Dadaistisch-Verspieltes wie etwa die „Fuchsschwänze“, bei denen Huppertz echten Fellschwänzen Sägegriffe angeschraubt hat. Die Doppel-Komposition „Vanitas“ zeigt ein schädelartiges Gebilde mit einem Löffel anstelle des Mundes und zwei Filmspulen, wo eigentlich die Augen sitzen müssten. Der Titel dieses Teilbildes ist „Tod“; man mag dazu „Filmriss“ oder „Zerkratzen“ des (Lebens-)Films assoziieren. Was man für sich als eigenen Sinn finden will, überlässt Norbert Huppertz den Betrachtern.

Nachdenklich-Machendes oder Zeitkritisches mischt sich mit Verspieltem und Witzig-Ironischem. Häufig drängen sich in den Bilder die thematischen Grundfragen des Künstlers in den Vordergrund, das ist der Umgang der Menschen mit Zeit und Vergänglichkeit. Darauf weisen die Fundsachen oder auch Sperrmüll-Objekte, die Huppertz als Bildmittel verwendet, schon selbst und an sich hin. Befremdliches steht neben Ironisch-Witzigem. Daneben spart Huppertz nicht mit Kritik an zeitaktuellen Missständen ( → Börsenfieber; Messietum, Doping  u. a. ).

Besondere Wirkungen erreicht Norbert Huppertz bei seinen Objekt-Bilder oder Skulpturen durch vielfältige zusätzliche Bewegungs- und Lichteffekte. In „Zeit-Los“ drehen sich Zifferblatt, Zahnräder, Uhrzeiger, aus ihrem Zusammenhang gerissen, fortwährend rasselnd im Kreis. Anderswo ( in „Börse“ oder „Förderung“ ) drehen sich Räder und Transportketten sinnlos im Leeren. Die Kinetik wie die Beleuchtung sind Teil des Spielerischen, das für den Künstler eine große Rolle spielt. Beides dient aber auch dem Sinn und der Aussage der jeweiligen Bildkomposition. Die Freude an technischer Tüftelei und Raffinesse ist unübersehbar. Möglicherweise will Norbert Huppertz damit das Museal-Schwergewichtige seiner „Schatzkammer-Vitrinen“ mildern und die Betrachter einladen, sich an Lichterspiel, Lärm und Bewegung zu erfreuen, so wie man’s früher als Kinder auf dem Kirmesplatz tat.

Werkbiographische Angaben

Norbert Huppertz (Jahrgang 1949) begann seine künstlerische Tätigkeit vor rund zwanzig Jahren als Autodidakt. Seitdem ist er durch zahlreiche Ausstellungen vor allem in seiner belgischen Heimat, aber auch in Luxemburg und Deutschland an die Öffentlichkeit getreten. Er arbeitet in Amel-Medell (Deutsche Gemeinschaft Belgien) und ist Mitglied des „Kunstforum Ostbelgien“.


HUPPERTZ-WERKE an der KultOUR-TAL-STRASSE

Zwei der ausgestellten Groß-Skulpturen sind als Schenkung bzw. durch Ankauf in den Besitz der ARTE-HALLE übergegangen. Sie werden dauerhaft im Außengelände des Museums (→ „Zapfsäule – Frieden statt Ölkrieg”) bzw. an der KultOUR-TAL-Straße ( → „Die Rückkehr der Wölfe“) aufgestellt und dort ständig zu sehen sein.



Objekte

Vernissage am Ostermontag, 1. April 2013

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